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Obamiade 1.9.2008
 


Die Eröffnungsveranstaltung der Obamaschen Festspiele 2008 in Denver verlief mit Tausenden von Komparsen und Showtechnik auf Weltniveau überaus beeindruckend. Zwar wurde eine kleine Panne, bei der ein Lächeln auf einem Gesicht fehlte, digital behoben und eine schwierige Vorführung durch vorproduziertes Material unterstützt, aber keiner der Spitzenpersonen musste sich unangenehmen Fragen wegen Dopings aussetzen, weil erstens kein Verdacht aufkam und zweitens die Stimmung auch dadurch nicht gesunken wäre.
Obama ist der neue Hoffnungsträger, wie er nur alle vier Jahre einmal vorkommt. Bei uns sind solche Hoffnungsträger noch seltener, weil bei uns die Hoffnungen differenzierter sind. In Amerika kann man damit punkten, den amerikanischen Traum zu leben, nämlich was auch immer zu schaffen und die Nummer 1 zu sein. Der deutsche Traum ist unterzukommen.

Einen europäischen Traum hat man noch nicht generiert. Solange sieht es für Europa und den europäischen Gedanken düster aus. Denkbar als der europäische Traum wäre, die Nummer 3 zu sein. Oder nichts dafür zu können, das würde auch schon reichen, um die Wahl zum EU-Präsidenten zu gewinnen. Mit regionalen Varianten, etwa für Deutschland mit der Vision, dass es nicht schlimmer wird. Man hat ja Bescheidenheit gelernt.
Obamas Spruch lautet »Ja, wir können«, was die Amerikaner offenbar anspricht. Bei uns müsste man formulieren: »Man hat uns ja nicht gelassen, deswegen können wir nicht.« Er hat dennoch bei seinem Auftritt in Berlin viele Menschen begeistert, da man endlich einmal einen Kandidaten erleben konnte, der keine Versprechungen macht, und sei es auch nur, weil wir für ihn gar nicht zuständig sind. Obwohl er von uns nicht gewählt wird, sprach er zu uns, das macht sonst nur der Bundespräsident, und er ist auch dafür beliebt. Natürlich wäre es noch schöner gewesen, Obama hätte an der Siegessäule verkündet, dass er den Bundestag auflöst und Neuwahlen ansetzt. Vielleicht nach der Wahl mal.
Obamas Konkurrent repräsentiert die Randgruppe der Senioren. Dennoch hat er auf den Slogan »Doch, wir können auch« verzichtet. Auch dem Zweitsatz »Wechsel, wir können daran glauben« setzt er nichts entgegen, dabei böte sich an: »Klar können wir an Wechsel glauben, wir haben schon genug davon erlebt.«
Obama ist bei seinen Anhängern auch deshalb so glaubwürdig, weil er eben nur den Glauben an den Wechsel verspricht und nicht etwa einen Wechsel.


 





*  Das Kreuz mit dem „t“
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*  Seniorenhaft


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