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Terrorwarnung 29.11.2010
 


Einer Verlautbarung von al-Qaida zufolge haben sich die Aktionen mit Bombenpaketen in den letzten Wochen rentiert, da sie nur 4.200 Dollar gekostet, aber Millionenausgaben für Sicherheitsmaßnahmen und Überwachungen hervorgerufen haben. Das ist jedoch immer noch betriebswirtschaftlich falsch gerechnet und würde vom Finanzamt nicht als Grundlage für abziehbare Ausgaben anerkannt. Kapitalismuskritik sollte nicht so weit gehen, dass man glaubt, sich über Grundsätze des Wirtschaftens hinwegsetzen zu können. Auch wenn die Ausgabe von 4.200 Dollar nur 3.000 Euro entspricht und damit vertretbar erscheint, ist sie doch vergeudetes Geld, dessen Gegenfinanzierung durch Drittmittel wackelig sein dürfte.
Aber al-Qaida richtet sich nicht nur finanziell zugrunde, sondern auch spirituell. Den Schaden des anderen als eigenen Gewinn zu verbuchen, das ist nach Paul Watzlawick eine Methode, sich unglücklich zu machen.
Ein Zuwachs an Sympathien dürfte das Terrornetzwerk durch eine solche Verlautbarung auch nicht gerade erlangen. Al-Qaida muss aufpassen, dass der Einsatz der ganzen Sicherheitsvorkehrungen und Überwachungstechnologien von den Bürgern, die sich dadurch aufgehalten bis schikaniert fühlen, nicht am Ende noch den Terroristen angelastet wird statt wie bisher dem datensammelwütigen Staat und seinen kontrollsüchtigen Organen.
Die Warnung vor vielleicht bevorstehenden Anschlägen trifft eine Gesellschaft, die auf Konsens ausgerichtet ist, unvorbereitet, weil sie sich fragen muss, ob die bisherige Deeskalationsstrategie ausreichend kommuniziert wurde. Dass es absolute Sicherheit nicht geben kann, ist bekannt, deshalb begibt man sich in den Straßenverkehr und fährt Ski und setzt sich den Gefahren des Zusammenlebens aus, aber Terror kommt ja noch dazu und erscheint deshalb schnell als überflüssig. Der Terrorist als solcher kann auf Verständnis hoffen; er tut, was sich alle schon mal vorgestellt haben, aber sich aus einseitig kulturellen Gründen nicht trauen. Zudem sind von den Anschlägen, anders als von den Sicherheitsmaßnahmen, für gewöhnlich immer nur andere betroffen, so dass sich die Mehrheit verschont fühlen kann.


 





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